Tipp des Monats
Wie das OP-Management durch interne Benchmarks zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit beitragen kann.
Das Problem
Wir kennen einige Krankenhäuser, die seit Jahren an einem externen OP-Benchmark teilnehmen und bei denen trotzdem rund um den OP viel Geld verbrannt wird. Es stellt sich die Frage, welchen Nutzen die Teilnahme an einem externen Benchmark hat, wenn daraus nicht die notwendigen Konsequenzen abgeleitet werden.
Der Lösungsansatz
Benchmarken Sie sich mit sich selbst! In jedem OP-Betrieb gibt es gute und schlechte Tage. Da sich das Reporting in vielen Krankenhäusern auf monatliche Durchschnittswerte beschränkt, gibt es fast keine Auswertungen, die sich auf einzelne Tage beziehen. Für einen internen Benchmark braucht es also Auswertungen, die gute und schlechte Tage identifizieren und die Prozesssteuerungsqualität an jedem einzelnen Tag sichtbar machen.
Wesentlicher Bestandteil des internen Benchmarks sind Auswertungen zur Mustererkennung von Auslastungsverläufen im Tagesverlauf. Gute Auswertungen lassen ins Auge springen, was häufig nicht funktioniert. Die folgende Auswertung zeigt z.B. auf einen Blick, dass in Saal 3 und in Saal 5 mittwochs später begonnen wird und Saal 3 am Mittwochnachmittag schlechter ausgelastet ist als an anderen Wochentagen.
Der Nutzen
Bei jedem externen Benchmark stellt sich die Frage der Vergleichbarkeit des Hauses mit den Benchmarkdaten. Häufig wird argumentiert, dass im eigenen Haus die Benchmarkwerte nicht erreicht werden können, weil räumliche, organisatorische oder personelle Restriktionen dies verhindern. Bei einem internen Benchmark gibt es keine Ausreden! Was an einzelnen Tagen funktioniert hat, kann grundsätzlich an allen Tagen funktionieren. Jede Abweichung vom Benchmark deutet auf Prozessstörungen hin und bietet die Chance, die Ursachen zeitnah zu identifizieren und abzustellen. Eine tägliche Analyse der Abweichungen zwischen tatsächlichem Geschehen und aus einem internen Benchmark abgeleiteten Zielwerten kann zu einer signifikanten Effizienzsteigerung des OP-Geschehens führen. Damit leistet das OP-Management einen wertvollen Beitrag zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit des Hauses.
Die Empfehlung
Analysieren Sie zunächst Ihre OP-Prozessdaten mit einer geeigneten Analysesoftware hinsichtlich der Unterschiede der wichtigsten Prozessparameter zwischen Stunden, Tagen, Wochen und Monaten. Identifizieren Sie Tage, an denen der OP-Betrieb besser funktioniert hat als an anderen Tagen. Machen Sie die Unterschiede transparent, identifizieren Sie die Ursachen und besprechen Sie mit den Verantwortlichen Maßnahmen, wie Probleme abgestellt werden können. Leiten Sie aus den Ergebnissen der besten Tage Zielwerte ab, die grundsätzlich an allen Tagen eingehalten werden können. Im Idealfall zeigt ein Tagesreport für alle wesentlichen Kennzahlen dann auf einen Blick, was gestern nicht optimal gelaufen ist. So kann die Organisation jeden Tag zeitnah aus Fehlern lernen und diese zügig und nachhaltig abstellen.